Panorama
Stuttgarter Choristen: Uraufführung „Stabat mater“ von Vladimir Romanov
Gelungene Aufführung am 06. April 2014 in der Liederhalle Stuttgart
Stabat mater? Können diese verquälten lateinischen Verse heutzutage doch mehr als ein mitleidiges Achselzucken auslösen? Das Stabat mater von Pergolesi – ausgelutscht nach allen Richtungen! Eine neue Vertonung des mittelalterlichen Textes jedoch als Uraufführung, da wird sogleich gefragt: Wer, wo, warum? Wenn es von einem Komponisten wie Vladimir Romanov geschaffen wurde, Schirmherren der Uraufführung der Ministerpräsident von Baden-Württemberg und der Botschafter der Russischen Föderation sind, rückt ein Stabat mater von vorne herein in einen größeren Zusammenhang und kann sich der Aufmerksamkeit eines breiten Publikums sicher sein. Wenn dann auch noch die Aufführung einem bedeutenden Mitgliedschor des VDKC anvertraut ist (Stuttgarter Choristen), begleitet von einem renommierten Orchester (Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim und Stuttgarter Bläservereinigung), und wenn die Solisten aus Neuseeland (Gina Sanders) und Russland (Irina Gulde) anreisen, dann kann es keinen Zweifel mehr geben, dass mit diesem Stabat mater wirklich ein großes Ereignis ins Haus steht. Zumal mit der russisch-österreichischen Sologeigerin Elena Denisova sogar eine personifizierte Mater dolorosa vor das Orchester postiert werden sollte.
Vocalsonsort Leipzig: Von Bergbau, Psalmen Davids und einem 15. Geburtstag
Jubiläumskonzerte am 24. und 25.05.2014 in Johanngeorgenstadt und Leipzig
Was verbindet eine Bergbaustadt im Erzgebirge, die „Psalmen Davids“ von Heinrich Schütz und ein 15-jähriges Vocalconsort aus Leipzig? Nun, Anlass für diese Liaison ist das 360. Gründungsjubiläum von Johanngeorgenstadt. Die Genehmigung zur Gründung 1654 erteilte kein geringerer als Johann Georg I., Kurfürst von Sachsen; dafür bestimmte er, dass die Stadt nach ihm benannt werden sollte. Auf der Suche nach Musik für dieses Stadtjubiläum stieß Dirigent und Chorleiter Gregor Meyer wiederum auf Heinrich Schütz. Dieser stand von 1617 bis 1657 in Dresden als Kapellmeister bzw. ab 1619 als churfürstlich-sächsischer Hofkapellmeister in den Diensten von Johann Georg I. In Dankbarkeit für das endgültig übertragene Direktorium und Kapellmeister-Amt am Sächsischen Hof hatte Schütz bereits 1619 seinem Dienstherrn die „Die Psalmen Davids sampt etliche Motetten und Concerten“ SWV 22-47, mehrchörige Kompositionen mit Generalbass, gewidmet.
Sing-Akademie zu Berlin: Vier Passionen von Carl Philipp Emanuel Bach am Karfreitag
Berliner Bach wird gefeiert und Raritäten aus der Musikaliensammlung präsentiert
Die Vokalmusik von Carl Philipp Emanuel Bach wird derzeit allerorten neu entdeckt. Im Reigen dieser Feierlichkeiten zu seinem 300. Geburtstag stellt der diesjährige Karfreitag (18.04.2014) gewiss einen besonderen Höhepunkt dar. Denn die Sing-Akademie zu Berlin lädt zu gleich vier Passionen des Komponisten ein, die sie in vier Berliner Stadtkirchen zur Aufführung bringen wird.
Der traditionsreiche Chor hat dazu allein schon deshalb die besten Voraussetzungen, weil er die weltweit größte CPE-Bach-Sammlung an Autographen und Musikhandschriften im privaten Besitz sein Eigen nennen darf. Als der nach dem zweiten Weltkrieg lange verloren geglaubte Schatz 2001 aus der Ukraine wieder zurück nach Berlin kehrte, stellte man fest, dass sich darin auch 21 Passionsmusiken aus Bachs Hamburger Zeit befinden.
60 Jahre Münchener Bach-Chor
Lebendige Bach-Interpretationen mit musikalischem Querdenker Hansjörg Albrecht
1954 von Karl Richter gegründet, erlangte der Chor vor allem mit seinen Bach-Interpretationen auf großen internationalen Tourneen - von Paris über Moskau bis Tokyo und New York - und durch Aufnahmen bei der Deutschen Grammophon Weltruf. 1985 übernahm Hanns-Martin Schneidt die Leitung, setzte neue künstlerische Akzente und führte die Reisetätigkeit fort. Zudem arbeiteten Barock-Spezialisten wie Peter Schreier und Bruno Weil sowie Pultgrößen wie Leonard Bernstein und Oleg Caetani als Gastdirigenten mit dem Ensemble. Mit Beginn der Saison 2005/06 wurde der junge Dirigent Hansjörg Albrecht neuer Künstlerischer Leiter, „ein Glücksfall für den Münchener Bach-Chor“, so die Süddeutsche Zeitung. Unter seiner Leitung bekam der Chor ein neues künstlerisches Profil und eine transparente Klangqualität, was in exzellenten Rezensionen immer wieder hervorgehoben wird. Die Aufführung der Matthäuspassion am Karfreitag 2006, live vom Bayerischen Rundfunk übertragen, wurde von der Presse enthusiastisch kommentiert „…wann hat man so eine radikale, leidenschaftliche Matthäuspassion schon gehört …“.



