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Auf Antrag des VDKC wurde im Rahmen der entsprechenden UNESCO-Konvention die „Chormusik in deutschen Amateurchören" in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

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Start Service Beiträge aus der Chorszene Chordirigentische und chorsängerische Weiterbildung – wofür und für wen?
Chordirigentische und chorsängerische Weiterbildung – wofür und für wen? Drucken E-Mail

Lernen - ein Leben lang

Thumbnail imageLebenslange Neugier an den Dingen, die einen umtreiben, stete Lust zu Weiterbildung und Weiterentwicklung sowie aktive kulturelle Betätigung sind drei Eigenschaften, die wir – neben anderen – gemeinhin mit dem idealen Menschen in unserer Kulturgesellschaft verbinden. Das Angebot an musikalischen Kursen für Freizeitgestaltung und/oder Weiterbildung ist landauf landab entsprechend groß. Chorsingen und Chordirigieren spielen dabei eine wichtige Rolle. Hauptanbieter sind die Musikhochschulen und Musikschulen, gemeinnützige eingetragene Vereine zur Bildungs- oder Musikförderung, private Initiativen und nicht zuletzt die Chorverbände in unserem Land.

Mit einigem Erfolg hat auch der Verband Deutscher KonzertChöre Angebote in diesem Bereich entwickelt und durchgeführt. Die Resonanz darauf war trotz erstklassiger Dozenten, interessantem Repertoire und einem gut geplanten zeitlichen Ablauf nie überwältigend. Das geht vielen Kursanbietern ähnlich und einigen sogar schlimmer. Genaue Zahlen über Kursabsagen sind nicht zu ermitteln. Dennoch hört man den Satz „Der Kurs musste mangels Anmeldungen abgesagt werden" schon gelegentlich. Bevor jedoch die Gründe in den Angeboten selbst gesucht werden sollten, hilft auch ein Blick auf die Zielgruppe. Gibt es tatsächlich derart viele qualifizierte Interessenten, die bereit und in der Lage sind, neben ihren (hoch)schulischen, beruflichen und privaten Verpflichtungen an Kursen teilzunehmen?

Man muss sich klar machen, dass die Teilnahme an einem Kurs üblicher- und sinnvollerweise mit erheblichem Aufwand verbunden ist. Nicht nur zeitliche Aspekte und solche allgemeiner Kapazität für den Kurs selbst sind zu berücksichtigen. Auf einen Kurs muss man sich vorbereiten, Literatur erarbeiten, recherchieren, üben. Schließlich will man optimalen Nutzen aus der Sache ziehen und sich keinesfalls bloßstellen, blamieren oder sich einen schlechten Ruf einfangen. Das ist also gewiss ein wichtiger Aspekt, den der VDKC bei der Planung derartiger Angebote künftig berücksichtigen sollte. Denn leider findet sich die Annahme, dass auch professionelle Chorleiter Interesse an fachspezifischer Weiterbildung durch höchst qualifizierte Kollegen haben – und ein solches Angebot dann auch nutzen – in der Praxis eher selten bestätigt.

Thumbnail image7. Thüringer Chorleitertag in Weimar mit Hans-Peter Schurz

Entsprechend besetzt war auch der 7. Thüringer Chorleitertag, der am 12. Juni 2010 in der Musikschule „Ottmar Gerster" in Weimar stattgefunden hat. Der Landesmusikrat Thüringen lud die Chorleiter des Freistaates ein zu einem Tag der chormusikalischen Weiterbildung mit Hans-Peter Schurz. Auch hier waren professionell tätige Chordirigenten kaum auszumachen. Immerhin 36 zumeist nebenamtlich oder ehrenamtlich tätige Chorleiter oder interessierte Chorsänger waren dem Aufruf gefolgt und erlebten drei spannende Probenabschnitte mit unbekannter Chorliteratur von Gunter Erdmann (1939-1996) sowie mit je einem Werk von Josef Rheinberger und dem großen Geburtstagskind dieses Jahres Robert Schumann. Die geäußerte Enttäuschung des Veranstalters über das mangelnde Interesse ist sicherlich nachvollziehbar, gleichwohl haben die Anwesenden von der Veranstaltung zweifelsfrei profitiert und sind mit neuen Impulsen und Anregungen nach Hause gekommen, wo sie das Erlebte nachwirken lassen werden. Das ist doch ohne Frage schon ein großer Erfolg.

Hans-Peter Schurz, der sich als Chorpädagoge u.a. mit seinem vor 40 Jahren gegründeten Märkischen Jugendchor Neuruppin viel beachtete Erfolge erworben hat, dozierte, erörterte und probte unter dem Motto „Über Bekanntes, was oft vergessen wird" zu den Themen Chormethodik, Dirigiertechnik, Stimmbildung und Stilistik. Die Art und Weise, wie er es verstand, den Chor für sich einzunehmen und ihn zu motivieren, war bereits eine wichtige Erkenntnis dieses Tages. Wie oft erleben wir in Chorproben beckmesserisch agierende Chorleiter, die mit Ansagen wie etwa „zu tief!", „zu laut!", „zu spät!", „zu undeutlich!" zwar den Nagel auf den Kopf treffen und ihr untrügliches Gehör beweisen, im Gegenzug aber motiviertes und befreites Musizieren behindern und dadurch den Probenprozess in seiner Effektivität auch nicht gerade fördern. Hans-Peter Schurz vermittelte seine Eindrücke und seine Wünsche stets auf angenehme, menschliche und bisweilen leidenschaftliche Art, auf die man sich gerne einließ. Köstlich und aufschlussreich waren vor allem würzigen Kalendersprüche seines Mentors Professor Fritz Höft, der Berliner Chorpädagogen-Legende. „Dirigieren: sparsam, aber effektiv", „Einmal langsam ist besser als einmal schnell", „Klavier so wenig wie möglich, so viel wie nötig", „Vornweg hören, einstellen, singen", „Piano singen heißt, ich denk, ich singe forte" etwa – allesamt kleine Weisheiten aus der Chorpraxis.

Literatur-orientiert führte Schurz in Kürze durch wichtige Aspekte der Arbeit eines Chorleiters. Die Herangehensweise bei der Erarbeitung eines unbekannten Werkes etwa, Auftaktbewegungen, Dirigiergesten, Atmung, Phrasierung und chorpsychologische Besonderheiten wurden vermittelt. Wer aufmerksam zuhörte und mitmachte, wird vieles davon verinnerlicht haben.

Thumbnail imageEin paar Binsenweisheiten:

- die einzelnen Stimmen singen und schwere Stellen merken, - einfaches Taktieren beim ersten Singen hilft dem rhythmischen Verständnis, - Handhaltung suggeriert Charakter, - die ersten fünf Minuten eines neuen Stückes entscheiden über Zustimmung oder Ablehnung, - mit der Bewegung beim Ton bleiben, - eine lange Phrasierung schafft Weite, - bei Wiederholungen sagen, warum, - leiser Klang beim Chor erfordert Mund-zu, - bis 21 Uhr in der Abendchorprobe alle neue Stücke erarbeitet haben und danach nur noch Repertoire auffrischen. Wer sich daran hält, macht schon mal nichts falsch, sondern vieles richtig.

Gleiches gilt für Schurz' Rat zum Aufbau des Einsingens, für das er eine Dauer von 20 Minuten empfahl. Die Stimmbildung sollte aus achtKomponenten bestehen, nämlich 1.) Lockerung und Entkrampfung des Körpers, 2.) Atemtraining, 3.) Qualifikation des Stimmsitz (vorne an den oberen Gaumen bringen), 4.) Gehörbildung, Intonation und Intervalle üben, 5.) Geläufigkeit der Stimme verbessern, sie sicherer und wandlungsfähiger machen hinsichtlich legato, marcato, staccato, Tiefe, Höhe etc., 6.) Übungen zur Artikulation mit Vokalen und Konsonanten sowie einer Bühnensprache, 7.) Stückbezogene Übungen und 8.) rhythmische Übungen.

Das alles hört sich nicht nur sinnvoll an, sondern wurde anhand von Beispielen aus dem Kursrepertoire auch erlebbar gemacht. Insgesamt ein gelungener Tag und ein erfolgreicher für den Landesmusikrat Thüringen. Schade lediglich, dass Hans-Peter Schurz das Einsingen eines Chores, das er am Nachmittag als unverzichtbar beschwor, zu Kursbeginn selbst auf lediglich einen Kanon reduziert hatte. Immerhin hatte er dafür „Viva la musica" ausgewählt. Es lebe die Musik!

Ralf Schöne
12.06.2010

 

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